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am 7. April

Projekt „Füßgänger*innen Check Mödling“

Rainer Praschak - Die eigenen Beine sind das gesündeste Verkehrsmittel. Und dadurch, dass Alltagserledigungen zu Fuß gemacht werden, vermeidet Österreichs Bevölkerung pro Jahr rund 530.000 Tonnen CO2, wie eine Analyse des VCÖ zeigt. Das Potenzial von Gehen ist aber noch groß: Jede 10. Autofahrt ist in Gehdistanz.

Damit mehr zu Fuß gegangen wird braucht es eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung, mehr Gehwege sowie die Stärkung der Ortskerne und der Nahversorgung.​

Gründe, das Zu-Fuß-Gehen zu fördern, gibt es genug: Zu-Fuß-Gehen ist gesund. Zu-Fuß-Gehen macht keinen Lärm, produziert keine Schadstoffe und ist CO2-neutral. Und jeder kann es sich leisten. Kinder, die zu Fuß in die Schule gehen, werden früher selbständig und sind außerdem konzentrierter in der Schule.

Ältere Menschen bleiben länger mobil, wenn sie ihre Wege zu Fuß erledigen können. Wer zu Fuß in unserer Stadt unterwegs ist, bemerkt manchmal Schwachstellen und Engpässe des Fußwegenetzes: Hier ist eine Grünphase zu kurz, ein Gehsteig wird regelmäßig durch geparkte Autos verstellt und dort ist die Beleuchtung zu dunkel. Mit dem «FußgängerInnen-Check» werden im Sinne einer Qualitätssicherung die Schwachstellen des Fußwegnetzes in Mödling aufgespürt und im Rahmen der Umsetzungsmöglichkeiten erste Maßnahmen vorgeschlagen.

"Dies sind ganz wichtige Bausteine für die sanfte Mobilität und damit sowohl ein Beitrag zur persönlichen Gesundheit als auch zur Vermeidung von Autofahrten – ein weiterer Baustein für ein l(i)ebenswerteres Mödling. Unser Ziel ist es, mit vergleichsweise geringem finanziellem und personellem Aufwand möglichst viele Probleme und Schwachstellen unsers Fußwegenetzes zu erkennen und zu optimieren.", erklärt der zuständige Stadtrat Vzbgm. Rainer Praschak den Sinn des Projekts.
Wer selbst zu Fuß unterwegs ist, weiß am besten "wo der Schuh drückt". Daher wird beim "Fußgänger*innen-Check" das lokale Wissen der Bürger*innen in Bezug auf eine fußgängerfreundliche Infrastruktur herangezogen.

Das Verfahren soll Schwachstellen erkennen

Das Verfahren zielt darauf ab, die Schwachstellen des Fußwegnetzes zu erkennen und Verbesserungsvorschläge anzuregen. Herzstück des Vorgehens ist eine gemeinsame Begehung, der "Vorort-Check", wobei die Stärken, Mängel sowie Potentiale im Wegenetz erfasst werden. Ein Gebiet das besonders genau betrachtet wird ist der Bahnhof samt seinem Umfeld. Schließlich ist ein qualitätsvolles Fußwegenetz mit Komfort, das eine gute Erreichbarkeit der öffentlichen Verkehrsmittel sicherstellt, ein wesentlicher Beitrag für die Akzeptanz und Benützung des öffentlichen Verkehrs in unserer Stadt.
Besonders vulnerable Gruppen sind auf ein gutes Fußwegnetz angewiesen und Gehsteigbreiten, regelmäßige Sitzmöglichkeiten oder mögliche Stolperstellen erschweren oder erleichtern das Begehen der Stadt enorm. Zusammen mit Senior*innen wird speziell um Einrichtungen wie das Landespflegeheim in der Ferdinand Buchberger Gasse die Umgebung begangen. Die zweite Gruppe die besondere Beachtung erfährt sind Kinder. Sie sehen die Welt anders und nehmen sie auf ganz besondere Art wahr. Deshalb gibt es eigene Begehungen mit Volksschüler*innen in ihrer direkten Schulumgebung.  
Die Vorteile dieses Verfahrens liegen vor allem darin, dass:

  • erste Erkenntnisse rasch und kostengünstig erfasst werden können;

  • Personen aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten, vor allem vulnerable Gruppen wie Senioren und Kinder, welche im Gebiet täglich zu Fuß gehen, mit ihren Erfahrungen einbezogen werden;
  • die zuständigen Stellen in den Prozess von Anfang an involviert werden:
    • unkomplizierte Lösungsfindung schon vor Ort
    • standardisiertes Vorgehen
    • kostengünstige Durchführung;
  • der «FußgängerInnen-Check» lokales Wissen der FußgängerInnen mit den verantwortlichen Behörden zusammenbringt, wodurch ein Dialogprozess stattfinden kann, für eine qualitätsvolle Planung zum Wohl der Zu-Fuß-Gehenden.

Das Projekt erstreckt sich bis in den Sommer 2021 und es wird noch mehrere Möglichkeiten geben sich einzubringen. Im Moment zum Beispiel durch ausfüllen des Fragebogens oder markieren von Orten mit Verbessungswünschen auf der Mödling Karte. Erhältlich sind diese in Papierform über die Grünen Mödling, am Gemeindeamt oder online hier:
https://www.walk-space.at/images/stories/fgcheck/FG-Check_Moedling_Feedbackbogen.pdf

Unser Wunsch ist, dass das Zu-Fuß-Gehen das Rückgrat der städtischen Mobilität darstellt.