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am 11. April

Brühlerstraße neu – ohne Radweg

Rainer Praschak - Radwege nicht mehr im Blickfeld der Stadt!

​Im Gemeinderat am 12. März wurde das Straßenbauprogramm für 2021 beschlossen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Gemeindefinanzen sind massiv, also „geht“ nicht viel.

Einiges ist aber doch möglich: so wird die B11, die Brühlerstraße – endlich – saniert, und zwar zwischen der Stadtgrenze und der Fußgängerampel bei der Mödlingbachbrücke (Alte Brühler Straße).

Ein wesentlicher Punkt des Projekts ist – neben der Erneuerung der Fahrbahnoberfläche – die Reduktion der Kernfahrbahn von dzt. 8,60m auf 6,60m. Es ist dies der Standard der Landesstraßenverwaltung. 2019 wurde auch die Guntramsdorferstraße auf 6,60m verschmälert, dort wurde die frei werdende Breite für einen Radweg genutzt, der Mödling mit Guntramsdorf verbindet und sehr gut angenommen wird.

Aber das war damals. Heute regieren ÖVP und SPÖ…

Zumindest im Abschnitt von der Mödlingbachbrücke bis zur Trafik wäre nun Platz genug für einen Radweg parallel zur Fahrbahn und einen kleinen Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Radweg.

Dieser Radweg würde eine bequeme Verbindung von der Stadt in die Vorderbrühl und weiter in Richtung Westen ermöglichen. Wir wissen schon: es gibt einen kombinierten Geh- / Radweg entlang der Kletterfelsen, allerdings geht dieser über einen Höhenunterschied von gut 10m mit einer Steigung von 10%.

RadfahrerInnen werden auf einen Streifen im Wald verwiesen, den sie sich mit Fußgänger-, Spaziergänger-, Hundebesitzer- und LäuferInnen teilen müssen.

Wenn der Alltagsradverkehr als Maßnahme der Mobilitätswende ernst genommen wird, müssen alle Gelegenheiten wahrgenommen werden, innerörtlich komfortable und rasche Verbindungen herzustellen.

Ein Radweg entlang der B11 würde …

  • … eben verlaufen und so für AlltagsradlerInnen zwischen der Vorderbrühl und dem Stadtzentrum angenehm zu befahren sein;
  • … Fußgänger- und RadfahrerInnen trennen. Auf Grund der starken Steigungen beim aktuellen kombinierten Weg sind RadfahrerInnen oft schnell unterwegs. Ein gesonderter Radweg würde den bisher kombinierten zu einem reinen Fußweg machen;
  • …die Situation bei den Kletterfelsen verbessern: dort stehen Personen, die Seilsicherung machen, oft mitten im Geh-/Radweg.

Der Radweg würde entlang einer priorisierten Route des Radlgrundnetzes zwischen Mödling und der Hinterbrühl verlaufen und wäre – auch aus dem Grund – förderungswürdig: alleine vom Bund kämen auf Grund der aktuellen Finanzierungsoffensive für das Radfahren 60%.

Aber es ist nicht nur wegen der Förderungen die Gelegenheit: die B11 wird nach der Sanierung sicher 30 Jahren nicht wieder angegriffen. Der Bau eines Radwegs entlang der Brühlerstraße wäre im Nachhinein um Dimensionen teurer.

 Die Stadtregierung der beiden Wahlverlierer ÖVP und SPÖ wird trotz all der Argumente keinen Radweg entlang der B11 bauen. Obwohl Mödling sich in den vergangenen Jahren zu einer RadfahrerInnen-Stadt gemausert hat; obwohl von allen Seiten das Radfahren – insbes. im Alltagsbereich – forciert wird; obwohl es nun eine einmalige Gelegenheit gibt.

Der Regierung fehlt der Blick in die Zukunft leider völlig…

Die GRÜNEN haben im Gemeinderat dem Straßenbauprogramm nicht zugestimmt.