gruene.at
Navigation:
am 1. Juni

Spange Guntramsdorf? Echt jetzt?

- Grüne fordern massiven Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und stellen sich eindeutig gegen die Pläne für eine „Spange Guntramsdorf“.

Täglich fahren rd. 350.000 PKW aus dem Umland nach Wien. Aus dem Süden kommen 84% der PendlerInnen mit dem Auto. Das ist eigentlich eine Schande. Gefordert sind Lösungen, die den Menschen, die in Wien arbeiten und im Süden wohnen, sinn- und qualitätsvolle Möglichkeiten für den Weg zur Arbeit ohne Auto anbieten: Ausweitung der Zone 100 auf die angrenzenden Bezirke, Verlässlichkeit im Bahnverkehr statt ständiger Zugsausfälle und Verspätungen, ausreichende Kapazitäten statt chronisch überfüllter Züge, Optimierung der Taktung, insbesondere für die Bereiche südlich von Mödling und Baden, 7 1/2-min-Takt auf der Badner Bahn bis Baden. Und nein, die Verdoppelung der Frequenz auf der Badner Bahn führt nicht gleich zu mehr „Blockaden“ auf der B17. Im Gegenteil: jede zusätzlich eingesetzte Garnitur verkürzt potenziell den Stau um mehr als 60 Fahrzeuge!

Die Kapazitäten für den Motorisierten Individualverkehr durch den Bau zusätzlicher Straßen zu vergrößern, ist ein Weg in die komplett falsche Richtung. Mittlerweile weiß jedes Kind, dass zusätzliche Straßen noch mehr Verkehr erzeugen. Wie Wien dann mit den hunderttausenden Autos umgeht, kann uns nicht egal sein! Parkraumbewirtschaftung und Citymaut ab der Stadtgrenze sind da nur die zwangsläufigen Folgen. Menschen mit dem Auto möglichst schnell in Richtung der Metropole durchzuschleusen – und dann möglicherweise auch noch die Parkraumbewirtschaftung und verschiedene andere „Notwehmaßnahmen“ in Wien zu kritisieren – ist verantwortungslos der Bundeshauptstadt gegenüber.

Wir lehnen die „Spange Guntramsdorf“ grundsätzlich ab. Und da reden wir noch nicht vom Klimaschutz, sondern ausschließlich von Verkehrspolitik. Es ist komplett widersinnig, Millionen in den Ausbau von Straßen zu stecken und dort wo es auf Dauer für alle wirklich Sinn macht, nichts zu unternehmen. Den heute vom Durchzugsverkehr betroffenen Gemeinden im Süden von Wien kann nur geraten werden, alle Anstrengungen zu unternehmen und Druck aufzubauen, um den Öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen. 

Quelle: Aus der von den Ländern Wien, Niederösterreich und Burgenland beauftragten Kordonerhebung 2011.